BARMER Arzneimittelreport 2023

Medikamentöse Schmerztherapie nicht-onkologischer ambulanter Patientinnen und Patienten
Autor: Daniel Grandt
CHF 22.25
ISBN: 978-3-946199-87-8
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
Verfügbarkeit: Libri-Titel folgt in ca. 2 Arbeitstagen
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Der vorliegende Arzneimittelreport untersucht ambulante medikamentöse Schmerztherapie bei BARMER-Versicherten ohne onkologische Erkrankung. Schmerzen sind ein häufiges Problem. Jeder dritte Versicherte und jeder zweite Versicherte ab 80 Jahren hat 2021 eine Verordnung medikamentöser Schmerztherapie erhalten. 5,7 Prozent der BARMER-Versicherten ohne Tumorerkrankung wurde 2021 ein Opioid verordnet. Ab einem Alter von 80 Jahren erhielten Versicherte 5,5-mal häufiger eine Verordnung von Opioiden als Versicherte bis zu 64 Jahren. Verordner von Schmerztherapie waren vor allem Hausärztinnen und -ärzte sowie hausärztliche Internistinnen und Internisten. Die Patientinnen und Patienten mit Opioidtherapie waren häufig multimorbid, erhielten Polypharmazie, waren älter und wurden von mehreren Ärzten behandelt. Untersucht wurden vermeidbare Risiken und patientenrelevanter Schaden durch medikamentöse Schmerztherapie. Trotz Herz- oder Niereninsuffizienz werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verordnet oder Kombinationen von Arzneimitteln, die bekanntermaßen das Auftreten eines akuten Nierenversagens begünstigen. Auch die die Mortalität erhöhende Kombination von Opioiden mit Tranquilizern wird nicht konsequent vermieden. Metamizol ist ein weiteres Thema. Die Ergebnisse der Analysen zeigen bei neu begonnener Metamizoltherapie eine jährliche Inzidenz von 28 Agranulozytosen pro eine Million exponierter Personen. Damit ergeben sich für Deutschland jedes Jahr schätzungsweise 120 Betroffene, die wegen Agranulozytose durch Metamizol stationär behandelt werden, und etwa zehn Todesfälle. Auch die Verordnung von Metamizol mit Methotrexat erfolgt, obwohl dies das Risiko der Agranulozytose vervielfacht. Strenge Indikationsstellung bei der Verordnung von Metamizol ist nicht zu erkennen. 2022 ist die Anzahl Metamizol erhaltender BARMER-Versicherter erneut um 7,2 Prozent auf 1.260.904 Versicherte gestiegen. Ein weiteres Risiko, das unterschätzt wird, ist die Obstipation unter Opioiden. Die nach Leitlinie indizierte Verordnung von Laxanzien wird bei drei von zehn Patienten unterlassen. Fünf von 1.000 Patienten mit Opioidtherapie werden jedes Jahr wegen eines Darmverschlusses stationär im Krankenhaus aufgenommen - ein vermeidbarer Schaden, wenn Laxanzien bereits prophylaktisch verordnet und Patientinnen und Patienten in das Therapiemanagement einbezogen werden. Der Report präsentiert notwendige Schritte zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei medikamentöser Schmerztherapie. Daneben erfolgt standardmäßig auch die Darstellung von Kennzahlen und Veränderungen der Arzneimitteltherapie 2022 insgesamt.

Der vorliegende Arzneimittelreport untersucht ambulante medikamentöse Schmerztherapie bei BARMER-Versicherten ohne onkologische Erkrankung. Schmerzen sind ein häufiges Problem. Jeder dritte Versicherte und jeder zweite Versicherte ab 80 Jahren hat 2021 eine Verordnung medikamentöser Schmerztherapie erhalten. 5,7 Prozent der BARMER-Versicherten ohne Tumorerkrankung wurde 2021 ein Opioid verordnet. Ab einem Alter von 80 Jahren erhielten Versicherte 5,5-mal häufiger eine Verordnung von Opioiden als Versicherte bis zu 64 Jahren. Verordner von Schmerztherapie waren vor allem Hausärztinnen und -ärzte sowie hausärztliche Internistinnen und Internisten. Die Patientinnen und Patienten mit Opioidtherapie waren häufig multimorbid, erhielten Polypharmazie, waren älter und wurden von mehreren Ärzten behandelt. Untersucht wurden vermeidbare Risiken und patientenrelevanter Schaden durch medikamentöse Schmerztherapie. Trotz Herz- oder Niereninsuffizienz werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verordnet oder Kombinationen von Arzneimitteln, die bekanntermaßen das Auftreten eines akuten Nierenversagens begünstigen. Auch die die Mortalität erhöhende Kombination von Opioiden mit Tranquilizern wird nicht konsequent vermieden. Metamizol ist ein weiteres Thema. Die Ergebnisse der Analysen zeigen bei neu begonnener Metamizoltherapie eine jährliche Inzidenz von 28 Agranulozytosen pro eine Million exponierter Personen. Damit ergeben sich für Deutschland jedes Jahr schätzungsweise 120 Betroffene, die wegen Agranulozytose durch Metamizol stationär behandelt werden, und etwa zehn Todesfälle. Auch die Verordnung von Metamizol mit Methotrexat erfolgt, obwohl dies das Risiko der Agranulozytose vervielfacht. Strenge Indikationsstellung bei der Verordnung von Metamizol ist nicht zu erkennen. 2022 ist die Anzahl Metamizol erhaltender BARMER-Versicherter erneut um 7,2 Prozent auf 1.260.904 Versicherte gestiegen. Ein weiteres Risiko, das unterschätzt wird, ist die Obstipation unter Opioiden. Die nach Leitlinie indizierte Verordnung von Laxanzien wird bei drei von zehn Patienten unterlassen. Fünf von 1.000 Patienten mit Opioidtherapie werden jedes Jahr wegen eines Darmverschlusses stationär im Krankenhaus aufgenommen - ein vermeidbarer Schaden, wenn Laxanzien bereits prophylaktisch verordnet und Patientinnen und Patienten in das Therapiemanagement einbezogen werden. Der Report präsentiert notwendige Schritte zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei medikamentöser Schmerztherapie. Daneben erfolgt standardmäßig auch die Darstellung von Kennzahlen und Veränderungen der Arzneimitteltherapie 2022 insgesamt.

Autor Daniel Grandt
Verlag Barmer Gek
Einband Kartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr 2023
Seitenangabe 192 S.
Ausgabekennzeichen Deutsch
Masse H20.6 cm x B16.5 cm x D1.1 cm 286 g